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02.05.2017

Eintrag 002/17 Arbeitnehmer: Nicht nur Kostenstellen mit Ohren!

„Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will.“ So heißt es in einem alten Arbeiterlied. Aber Arbeitskampf? Das ist doch total 1863 und heute gar nicht mehr wichtig, sagen manche. Ich halte das für Quatsch. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, der muss in Deutschland zwar nicht mehr den Hungertod fürchten. Aber gute Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und eine starke Arbeitnehmervertretung sind auch bei uns nicht selbstverständlich. Stattdessen sind Arbeitsverträge, der Missbrauch von Leih- und Zeitarbeit immer noch drängende Probleme in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen sich in Gewerkschaften organisieren und ihre Interessen mit starker Stimme vertreten!

Der moderne Arbeitsmarkt stellt unglaublich hohe Anforderungen an die Flexibilität jedes Einzelnen. Flexibilität, die für die Familie viele Unsicherheiten mit sich bringt. Wer heute in Oranienburg eine Ausbildung zum Industriemechatroniker macht, muss das in fünf Jahren nicht immer noch sein. Wer Hennigsdorf durch seine jahrelange Arbeit zu einem starken und geachteten Standort für die Stahl- und Schienenindustrie gemacht hat, darf nicht um die eigene Zukunft fürchten müssen, weil ein Konzern seine wirtschaftlichen Interessen vor das Wohl seiner hart arbeitenden Beschäftigten stellt.

Niemand möchte seinen Kindern erklären müssen, dass in diesem Jahr weniger unter dem Weihnachtsbaum liegen wird, weil der Vorgesetzte den Arbeitsvertrag nicht verlängert hat. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, das sind nicht nur Kostenstellen mit Ohren“, hat Martin Schulz in einer seiner Reden gesagt. Und da hat er Recht! Denn die Arbeiterinnen und Arbeiter von Bombardier können stolz auf das sein, was sie für diesen Betrieb geleistet haben.

Leider bringt ihre Unternehmensführung ihnen nicht einmal den nötigen Respekt für nachvollziehbare Erklärungen, geschweige denn eine ernsthafte Suche nach Alternativen entgegen. Das macht mich wütend. Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe gehört für mich ganz klar zu den Grundsätzen einer gerechten Arbeitswelt. Wenn solche Grundsätze nicht von alleine berücksichtigt werden, brauchen Betriebsräte und Gewerkschaften starke Gesetze, mit denen sie den Respekt einfordern können, der ihnen zusteht. Solche Leitlinien für ein respektvolles Miteinander in der Arbeitswelt möchte ich als Abgeordneter mitentwickeln und auf den Weg bringen.